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02. November 2019

Tierärztin: “Ich habe ein positive und eine negative Nachricht für Sie.”

Meine Güte, was ist jetzt denn wieder los???? Linus hatte in seiner kurzen Lebenszeit ja schon mit einigen gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen: Giardien, Hautjucken, Hautentzündungen, Würmer, Ohrentzündung und beim letzten Mal erhöhte Schilddrüsenwerte und Leukozyten. Die Tierärztin vermutete eine leichte Prostata-Entzündung.

“Die Schilddrüsenwerte sind wieder gut im Normbereich, dafür sind jedoch die Kreatininwerte erhöht.”

?? Heißt??

Die Tierärztin am Telefon redete keinen Klartext. Man könne ihn in der Tierklinik untersuchen lassen, das wäre aber sehr stressbehaftet für das junge Tier. Man könne abwarten, wie sich die Werte entwickeln, aber wenn etwas sein sollte, verliert man wertvolle Zeit, die man für Behandlung nutzen könnte. Ja, was sollen wir also tun???

Dann kam der Satz, der mich dazu bewogen hat, meine Augen und Ohren offen zu halten, um eine andere Tierärztin für Linus zu finden: “Ich glaube nach wie vor, dass Sie das Tier mit den Assistenzaufgaben überfordern und das die Schilddrüsen- und Kreatininwerte in die Höhe treibt. Psychosomatisch also.”

Sofort spulte sich wieder mein inneres “Ich-darf-keinen-Assistenzhund-haben”-Programm ab: Ich instrumentalisiere und quäle das Tier. Ich bin nicht fähig, Linus ein schönes Hundeleben zu gestalten. Ich bin es nicht wert. Ich bin wertlos…

Später dann kam die Wut zurück. Ganz ehrlich: was ist denn in Linus Tagesablauf so anders als bei einem Hund, der nicht zur Assistenz ausgebildet wird? Ich mache 4 – 5 mal in der Woche kleine Tricks mit ihm. Dauer: 5 – 10 Minuten. Ansonsten liegt der Erziehungsschwerpunkt noch absolut auf den Basics, “Grundgehorsam” (was für ein altbackenes Wort). Gerne nehme ich Linus mit, anstatt ihn zu Hause zu lassen. Wo ist da die Überforderung durch die zusätzliche Ausbildung???? Meine Erziehungs- und Ausbildungsmethode ist das Clickern bzw. das Markern und ansonsten nur über die positive Verstärkung. Dieser Weg dauert sicherlich länger als das Rucken am Halsband und das Bestrafen mit körperlicher Gewalt, ja. Aber dafür habe ich einen Hund, der beziehungssicher und gut sozialisiert ist und keine Aggressionen zeigen muss!

Ich stehe dazu! Basta.