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… „die“ Ocarina schlechthin gibt es nicht. Ein winziger Eindruck von der Mannigfaltigkeit dieses kleinen Instrumentes:

 

"Roadrunner Ocarina"Ashley Van Haeften (CCBY) by Flickr "Peru Ocarina" Foto: Dietmut Teijgeman-Hansen (CCBYNCND) by Flickr "Ocarina tortoise from Vietnam" Foto: Toshiyuki Imai (CCBYSA) by Flickr "Ocarina Face" Foto: Simon Harriyott (CCBY) by Flickr "Ocarina Dignatary" Foto: Beesnest McClain (CCBY) by Flickr "Ocarina Collection" Foto: Nina Helmer (CCBYNCND) by Flickr "Ocarina animals" Foto: Dan Hatton (CCBYNCND) by Flickr "Not the Ocarina of Time" Foto: Andrew O'Brien (CCBYNC) by Flickr "Moon Xun" Foto: Nina Helmer (CCBYNCND) by Flickr bunt glasierte Ocarina, Foto: spoonyspork (CCBY) by Flickr "Bat Ocarina" Foto: Brian Griffin (CCBYNCND) by Flickr "Bagged five ocarinas" Foto: mountainocarinas (CCBY) by Flickr Aketa Ocarina Foto: Yamashita Yohei (CCBYNC) by Flickr

Fakten:

Ocarinas im Sinne von Tonflöten gab es wahrscheinlich schon vor 12.000 Jahren, denn Überreste fand man in allen antiken Hochkulturen. In Südamerika gestalteten die Inka, Maya und Azteken diese Flöten gerne in Tierform (häufig Vögel), während im alten China tönerne eiförmige Flöten hergestellt wurden.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts experimentierte der italienische Tonbrenner Guiseppe Donati aus Budrio mit diesen Flötenformen und erfand die heute meist gebräuchliche Rübenform mit 10 Löchern und einem Tonumfang von 1,5 Oktaven. Sie wird den Schnabelflöten zugeordnet und besteht i. d. R. aus Ton (Kunststoff, Holz, Porzellan oder Kalebasse sind auch möglich).

Ocarinas gibt es in vielen verschiedenen Bauformen, hier einige Beispiele:

  • eiförmig, mit 4 – 6 Löchern
  • Pendant (= Anhänger), kleine Ocarina, die an einer Schnur um den Hals getragen wird; 4, 5 oder 6 Löcher
  • Sweet-Potato; 8 + 2 Daumenlöcher; Mundstück ist senkrecht zur Lochebene ausgerichtet
  • Inline; 8 + 2 Daumenlöcher; Mundstück befindet sich in einer Reihe zu den Löchern
  • Walnut; wie die beiden letztgenannten, nur rundlicher
  • Double-Ocarina; 2-Kammer-System; für die rechte Hand gibt es zwei Lochreihen
  • Triple-Ocarina; 3 Kammer-System; für die rechte Hand gibt es drei Lochreihen

Je nach Anzahl der Löcher variiert auch der Tonumfang. Bei einer 4-Loch-Ocarina liegt die Spannbreite bei 6 Tönen, beim 10-Loch-System kommt man auf etwas über 1 Oktave, Double-Ocarinas bieten 2 Oktaven Tonumfang und die Triple-Systeme 3.

Um die Verwirrung komplett zu machen, werden Ocarinas auch noch in verschiedenen Tonlagen angeboten: Piccolo, Sopran, Alt, Tenor, Bass und Kontrabass. Ambitionierte Ocarina-Spieler haben daher eine ganze Kollektion an verschiedenen Instrumenten, um das jeweils zum Musikstück passende verwenden zu können.

Ocarinas in versch. Tonlagen; Foto: Minsoo Kim (Wikipedia)
Ocarinas in versch. Tonlagen; Foto: Minsoo Kim (Wikipedia)

Ocarinas sind ideale „Mitnehm-Instrumente“: klein und leicht. Wenn man Kunststoff-Ocarinas wählt (auch in dieser Kategorie gibt es mittlerweile gut gestimmte Exemplare), so gibt es auch keine Bruchgefahr. Naja, das Mitnehmen kann allerdings auch an Grenzen stoßen ?.

Ocarina: Ultrabass (Wikipedia)
Ocarina: Ultrabass (Wikipedia)

Faszinierend:

zarter Klang – und doch voluminös

Ich finde: eine gut gestimmte Ocarina ist ein wahrer Hörgenuss! Der Klang ist wirklich außergewöhnlich: er klingt zerbrechlich und doch steckt eine Energie dahinter, die mich fasziniert.

Das Ocarinaspielen birgt auch für Anfänger und Kinder keine großen Hürden, wenn man ohne Vorerfahrung mit Flöten nicht direkt eine Double- oder Triple-Ocarina kauft… Das Einzige, was ich als wirklich schwierig empfinde, ist, im Zusammenspiel mit anderen durch den richtigen Blasdruck die Tonhöhe zu halten. Hier ein Beispiel der Note e, die ich nur durch Änderung des Blasdruckes bzw. der Kopfhaltung variiere:

Diese Flexiblität durch die Atmung ist allerdings auch wieder außergewöhnlich (vgl. Shakuhachi) und eröffnet die Möglichkeit, allein dadurch Stücke zu gestalten.

Faszinierend ist auch, dass es nicht die teureste Triple-Ocarina-Variante braucht, um Hörbares zu produzieren. Im folgenden Beispiel wird eine Mountain-Ocarina in C verwendet, die einen Tonumfang von nur etwas mehr als 1 Oktave hat. Hier ist auch der Link zu den Noten: The Elves of Cetrella

Fabio Galliani ist ein sehr bekannter Ocarinaist (heißt das so???), er spielt meisterhaft und daher möchte ich Ihnen ein paar Kostproben auch nicht vorenthalten – vielleicht machen sie Lust auf mehr…


Alltagskreativität?

meine Stein (Focalink) Double-Ocarina in C (Alt)
meine Stein (Focalink) Double-Ocarina in C (Alt)

Ocarinas sind für mich ausgesprochene „Gute-Laune-Instrumente“ – ähnlich wie die  Ukulele. Das heißt natürlich nicht, dass man darauf keine ruhigeren oder sogar traurigen Stücke spielen kann (siehe mein Beispiel unten), aber ihr gesamter Charakter ist eher von Leichtigkeit geprägt.

Hierzulande wird die Ocarina oft als nicht ernstzunehmendes Musikinstrument belächelt; im asiatischen Raum hingegen erfreut sie sich großer Beliebtheit.

Meine Absicht hinter dieser Homepage ist ja, weg von der Professionalität die Alltagskreativität in den Vordergrund zu stellen. Fabio Galliani spielt die Ocarina – wie man oben sehen und hören kann – konzertant; unerreichbar für mich und wahrscheinlich auch für die meisten Leser/innen. Daher hier noch ein Klangbeispiel von mir, das ich eingespielt habe, als ich die Ocarina ca. 6 Wochen lange besaß (habe allerdings nur sehr sporadisch gespielt). Man erkennt deutlich meine Schwierigkeiten, die Tonhöhe exakt zum Backgroundtrack zu halten. Ich habe diese Aufnahme nicht bearbeitet, sondern die Flöte nur mit ein wenig Hall versehen.

Yeonriji (aus Südkorea):

Zum Abschluss noch ein paar Gute-Laune-Videos, die bei Ihnen vielleicht die Ocarina-Lust wecken ? ?:

Zwei preiswerte Ocarina-Varianten; Anschaffungspreis ca. 1,- € ?…