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"Uked" v. catspyjamasnz (CCBYNCND) by Flickr "The new Rail" v. Lardy Fatboy (CCBYNC) by Flickr "Reserved for Ukuleles" v. Joshua Heller (CCBY) by Flickr "Rapino Ukulele" v. Philip Hay (CCBYNCND) by Flickr "Jonah Kumalae Ukulele" v. Philip Hay (CCBYNCND) by Flickr "Breakfast" v. Linelle Photography (CCBYNCND) by Flickr von li nach re: Tenor, Konzert, Mezzosopran, Sopran, Sopran; Quelle: Flickr, Philip Hay (CCBYNCND) Von links nach rechts: Tenor-, Konzert-, Sopran-Ukulele (Hersteller: Martin, Luna, Baton Rouge), ganz rechts zum Vergleich eine Konzertgitarre (Hersteller: Roland Oetter) "Ukulele" v. HitTheRoof (CCBYNC) by Flickr

Fakten:

Ende des 19. Jahrhunderts brachte ein portugiesischer Einwanderer die Braguinha, eine kleine Gitarre aus Madeira, mit nach Hawaii. Dort entstand daraus im Laufe der Jahre die Ukulele, deren Name „hüpfender Floh“ die sich geschwind bewegenden Finger der linken Hand bildlich beschreibt.

Auch die Ukulele (vgl. Ocarina, Whistle) gibt es vielen verschiedenen Ausführungen. Hierzulande wird meist die traditionelle 4-saitige Ukulele bevorzugt, deren Saiten in der sog. Hawaiianischen Stimmung (auf C) klingen: g, c, e, a. Typisch hawaiianisch ist, dass die g-Saite eine Oktave höher gestimmt ist. Um den Tonumfang der Ukulele zu erweitern, wird die Saite mittlerweile aber auch häufig als „low g“ gestimmt, also eine Oktave tiefer.

Abhängig von der Korpusgröße unterscheidet man Sopran-, Konzert-, Tenor- und Baritonukulelen. Es gibt weltweit noch viele andere Formen, auch solche mit 6 oder 8 Saiten, Bassukulelen u.s.w.

Da die Ukulele so klein ist und „nur“ 4 Saiten zu händeln sind, gehört sie ebenfalls wie die Ocarina, die Kalimba u.a. Instrumente zu denen, die als „Kinderinstrumente“ belächelt werden. Ich bin ganz anderer Meinung! (s. u.)


Faszinierend:

Ich muss an dieser Stelle meinem Vorsatz, hier keine Professionalität in den Vordergrund zu stellen, einmal untreu werden… ☺️ Gerade, weil die meisten Menschen, die sich mit diesem Instrument noch nicht beschäftigt haben, denken, man könne nur „Over the rainbow“ oder Kinderlieder darauf produzieren, möchte ich auf drei großartige Ukulelen-Profis hinweisen:

Wenn man das Ukulele Orchestra of Great Britain anschaut, kann man sich vielleicht vorstellen, was mich am Ukulelespielen fasziniert: Gute Laune! Gemeinsamkeit! Leichtigkeit!

Natürlich wirkt das bei den Profi-Musikern üblicherweise leicht und fröhlich, obwohl das Einstudieren sicherlich harte Arbeit war, aber der Klang der Ukulele an sich, auch bei nicht-professionellen Spielern, weckt in mir die „hüpfenden Flöhe“.

Für mich persönlich ist die Ukulele kein Solo-Instrument (es sei denn, ich hätte die Gabe, auf dem Niveau von Jake Shimabukuro zu spielen), sondern sie entfaltet ihre Vorzüge im Zusammenspiel mit anderen Ukulelen, anderen Instrumenten oder auch in der Begleitung von Singstimmen.


Alltagskreativität?

Die meisten meiner Beschreibungen und Beispiele meiner persönlichen kreativen Auszeiten sind Beschäftigungen, die ich gut alleine durchführen kann. Die Ukulele ist hier die Ausnahme, denn wie oben beschrieben, spiele ich sie am liebsten in einer Gruppe, zusammen mit anderen Laien-Musikern. Leider gibt es in meiner Umgebung keine Gruppe, die auf einem laienhaften Niveau gemeinsam Musik macht – aber ich gebe die Suche nicht auf. Bis dahin übe ich alleine auf der Ukulele und gestalte mir damit auch ein Stückchen Auszeit.

Die Solo-Stücke von David Ho gefallen mir recht gut und das Erarbeiten dieser Stücke macht mir viel Freude. Hier ein Beispiel des Stückes „Polani“, von mir gespielt auf einer ganz einfachen, preiswerten Lanikai-Konzert-Ukulele:

 

Diese beiden Herren haben ganz offensichtlich auch großen Spaß beim gemeinsamen Spielen auf dem „hüpfenden Floh“ – Sie sehen: Perfektionismus muss wirklich nicht sein, um kreativ zu sein! (Youtube-Kanal „UkeFrank“, die beiden freuen sich über jeden Klick und jeden konstruktiven Kommentar…)

(Wer das Original nicht kennt, kann es hier anschauen und anhören.)

 

Ukulelen sind bezahlbare Instrumente – allerdings würde ich von den knallbunten 20-€-Exemplaren abraten. Sie sind kaum sauber stimmbar und auf Dauer macht ein unreiner, quäkender Klang keine Freude. Es gibt aber durchaus spiel- und vor allem hörbare Ukulelen ab ca. 80,- €. Menschen mit großen Händen haben häufig als Einsteiger mit Sopran-Ukulelen Schwierigkeiten, da die Bünde recht eng beisammen liegen. Konzert-Ukulelen haben noch den typischen Ukulelenklang, sind aber etwas bequemer zu greifen. Tenor-Ukulelen nähern sich vom Klang her den Gitarren an, auch das wird von manchen Menschen bevorzugt.

Das Ukulelespiel zu erlernen, ist nicht unüberwindbar schwierig. Die wichtigsten Akkorde, die man für die Gesangsbegleitung benötigt, sind recht schnell erlernt. Von der folgenden Tabelle braucht man zu Beginn vielleicht 10 Akkorde, die auch alle nicht schwer zu greifen sind.

Ukulele-Akkorde v, Jonathan Camp (CCBYSA) by Flickr
Ukulele-Akkorde v, Jonathan Camp (CCBYSA) by Flickr

Lassen wir das Ukulele Orchestra of Great Britain zu Wort kommen:

Why play the Ukulele? The ukulele is small, convenient and relatively inexpensive, and one can often quickly and easily learn the basics to a rewarding level. One can then undertake a world tour with only hand luggage. Some people go so far as to say that playing a tune on a ukulele is a way of identifying good music; if the composition is good, it sounds good on a ukulele; the very limitations of the instrument encourage thinking creatively about music.

Quelle: UkuleleOrchestra.com

Und hier noch eine Seite zum Stöbern (vor allem für diejenigen, die aus Freiburg und Umgebung kommen), von einem sehr kreativen Ukulelenlehrer: Martin Walter (Freiburg)

Die Ukulele ist also mein Tipp, um sich ab und zu ein wenig kreative Auszeit zu gönnen, wenn man Lust auf ein Saiteninstrument hat, aber die Größe, die Kosten und den Schwierigkeitsgrad einer Gitarre scheut. Damit möchte ich nicht sagen, dass die Ukulele ein Gitarrenersatz wäre – nein: Ukulele spielen macht Spaß!